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Deutschland braucht eine KI-First-Doktrin

Aleph Alpha geht mit Cohere zusammen. Ein Meinungsstück über digitale Souveränität, deutsche Softwarefirmen und den Mut, technologisch neu anzufangen.

Fabian Feindura

· aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Eine Frau und ein Mann sitzen an einem Schreibtisch vor einem großen Bildschirm, er zeigt mit einem Stift auf eine Grafik
Foto: Apunto Group Agencia de publicidad · Pexels

Aleph Alpha fusioniert mit dem kanadischen Anbieter Cohere. In Wirtschaftskreisen gilt das als kluger Schachzug. Ich lese darin einen politischen Weckruf: Deutschland verliert gerade den Anschluss und sitzt dabei auf einem Schatz, den es nicht heben will.

Es ist das alte Lied. An unseren Universitäten und Forschungsinstituten entsteht die Technik von morgen. MP3, der Computer, die Magnetschwebebahn, das Auto, die Grundlagen der künstlichen Intelligenz: Die zündenden Ideen kamen aus Deutschland. Wichtige Grundlagen heutiger Sprachmodelle entstanden schon Anfang der 1990er-Jahre an der TU München.

Geerntet haben andere. Zehn Jahre später verdienen die USA und China mit unseren Ideen Billionen, und wir streiten hierzulande über die DSGVO. Damit muss Schluss sein. Deutschland braucht in der Technologie eine echte „Germany First“-Politik.

Milliarden sind eine Frage der Priorität

Oft heißt es, dafür sei kein Geld da. Schauen wir auf die Zahlen. Wir stecken jedes Jahr dreistellige Milliardenbeträge in eine festgefahrene Migrationspolitik und eine stolpernde Energiewende. Wer dann behauptet, für digitale Souveränität fehlten 5 bis 10 Milliarden, sagt nicht die Wahrheit.

Mit diesen Summen kaufen wir die Eintrittskarte für die Zukunft. Das alte Erfolgsmodell der „BRD AG“ aus Maschinenbau, Chemie und Verbrennungsmotor hat eine falsche Politik zerstört. Mit KI bekommen wir jetzt die historische Gelegenheit, radikal neu anzufangen.

Stellen Sie sich eine Verwaltung vor, die ohne Formularberge und föderales Zuständigkeitsgewirr auskommt und mit KI und Automatisierung in Echtzeit arbeitet. Stellen Sie sich vor, unsere Chemie- und Pharmakonzerne rechnen auf nationalen Supercomputern und entwickeln Medikamente in Wochen statt in Jahrzehnten. Und unsere Landmaschinenbauer setzen autonome Traktoren mit spezialisierten KI-Modellen „Made in Germany“ aufs Feld.

Mit KI kann Deutschland wieder an die Spitze kommen: in der Medizin, in der Landwirtschaft, in der Robotik und in vielen anderen Branchen.

Was Deutschland technisch schon hat

Warum lassen wir uns einreden, uns fehlten die Unternehmen dafür? Deutschland hat erstklassige Firmen, die nur auf eine nationale Strategie warten:

  • große Namen wie SAP, Datev und Software AG
  • Spezialisten wie Nextcloud, OpenSUSE, Softmaker und n8n
  • Sicherheitsfirmen wie G Data, Avira und Teamviewer
  • junge Treiber wie Personio oder Adesso

Wo bleibt das nationale Konsortium? Warum bündelt keine staatliche Vorgabe diese Kräfte zu einem eigenen Paket aus Betriebssystem, Cloud, Office und KI-Modellen? Deutschland hat die zweitmeisten Rechenzentren der Welt. Bauen wir sie zu Festungen für unsere eigenen Daten aus.

Kopiere den Meister, bis du selbst Meister bist

Bei den großen Basismodellen haben wir den Anschluss vorerst verloren. Dann greifen wir eben zu den stärksten Werkzeugen, die es gibt. China bringt ein leistungsfähiges Open-Source-Modell nach dem anderen heraus. Nehmen wir sie. China hat es mit westlicher Technik jahrzehntelang genauso gemacht.

Open Source gibt uns diese Möglichkeit: Wir prüfen den Code, machen ihn sicher, passen ihn an und bauen darauf unser deutsches Haus.

Der Mut zum Neustart

Wer „weiter so“ sagt, führt das Land in die Bedeutungslosigkeit. Wir brauchen jetzt den politischen Mut, uns von wechselnden Koalitionen, Ministerkabinetten und Kleingeist freizumachen.

An KI, Quantencomputern und Robotik hängt, ob dieses Land wirtschaftlich überlebt. Sie sind die letzte Chance für unseren Wohlstand.

In zehn Jahren kann Deutschland wieder die technologische Weltmacht sein, die es einmal war. Dafür müssen wir es wollen und endlich anpacken.

Dieser Beitrag ist ein Meinungsstück. In unseren Projekten setzen wir digitale Souveränität praktisch um: mit offenen Standards, DSGVO-konformer Infrastruktur in deutschen Rechenzentren und Lösungen, die unsere Kunden unabhängig machen, statt sie an US-Plattformen zu binden.

Wie das in Ihrem Betrieb aussehen kann, klären wir gern in einem Erstgespräch.

  • Digitale Souveränität
  • KI-Politik
  • Deutschland
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